Agglomerationspolitik des Bundes

Städte und Agglomerationen sind die Motoren der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Von ihnen erbrachte Leistungen kommen allen zugute, auch den ländlichen und montanen Gebieten. Im urbanen Raum konzentrieren sich viele räumliche Herausforderungen:

  • Das anhaltende Wachstum der Siedlungsfläche und die fortschreitende Mobilität erschweren die Koordination von Siedlung und Verkehr;
  • Die Ressourcenknappheit und der Klimawandel erfordern nachhaltige Lösungen, zum Beispiel im Städtebau oder in der Freiraum- und Landschaftsentwicklung;
  • Der demografische Wandel und die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe.

Mit seiner Agglomerationspolitik will der Bund Städte und Agglomerationen unterstützen, diese Herausforderungen anzugehen. Sie ist eng mit der Politik des Bundes für die ländlichen Räume und Berggebiete verknüpft. Denn die unterschiedlichen funktionalen Räume sollen nicht mehr als Gegensätze verstanden werden sondern als sich ergänzende und eng verflochtene Teile einer facettenreichen Schweiz.

Für die Umsetzung der Agglomerationspolitik steht eine Reihe von Instrumenten und Massnahmen zur Verfügung, dazu gehören auch die Agglomerationsprogramme.

Langfristige Ziele

Hohe Lebensqualität:
Die Agglomerationen bieten einer vielfältigen Gesellschaft hohe Lebensqualität und einen starken Zusammenhalt.

Hohe Standortattraktivität:
Die Agglomerationen sind als Wirtschaftsmotoren gestärkt. Die Standorte sind im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig.

Qualitätsvolle Siedlungsentwicklung:
Die Agglomerationen entwickeln sich ressourcenschonend. Die Siedlungen entwickeln sich nach innen.

Wirksame Zusammenarbeit:
Die Gemeinden der Agglomerationen gehen anstehende Herausforderungen aktiv und wirksam gemeinsam an.

Agglomerationsprogramme

Der Fahrplan in der Agglomerationspolitik ist nach Generationen eingeteilt und dicht taktiert. Die Agglomerationsprogramme der verschiedenen Generationen streben als Führungsinstrument eine koordinierte Planung von Siedlung, Landschaft und Verkehr in den Gemeinden an. Für die jeweiligen Agglomerationsprogramme legt die AKO das Zukunftsbild für die Entwicklung fest und erarbeitet entsprechende Strategien und Massnahmen (Projekte). Die Massnahmen (Projekte) innerhalb der einzelnen Themen sind zeitlich priorisiert (A-, B- und C-Liste).

2011 bis 2014 ff

1. Generation

Der Schwerpunkt der 1. Generation lag im Bereich des Langsamverkehrs (Velo- und Fussverkehr). Zu den umgesetzten Massnahmen zählen Veloparkplätze, Rote Meile Naters, Fuss- und Velobrücke Vispa. Vereinzelt gab es auch Massnahmen zum Thema Siedlung.

2015 bis 2018 ff

2. Generation

In dieser Generation wurde ein Zukunftsbild definiert, die Strategischen Leitsätze festgelegt und darauf aufbauend Massnahmen in allen drei Themen Siedlung, Verkehr und Landschaft eingegeben. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Öffentlichen Verkehr mit Schwerpunkt Bahnhof Brig/Naters.

2019 bis 2022 ff

3. Generation

Die 3. Generation wurde von den Agglomerationsgemeinden verabschiedet und wird bis Ende 2016 beim Bund eingereicht. Der Schwerpunkt liegt in der Optimierung des Stassenverkehrsnetzes, etwa bei der Kantonsstrasse oder den Ortsdurchfahrten.